Anatomischer Aufbau der Geschlechtsorgane der Frau

Die Geschlechtsorgane der Frau bestehen aus Vulva, Vagina und Gebärmutter. Die Vulva bezeichnet alle äusseren weiblichen Geschlechtsorgane, also das, was von aussen sichtbar ist. Die Vagina hingegen ist ein innerer Kanal, der die Vulva mit der Gebärmutter verbindet.

Im Alltag wird häufig fälschlicherweise „Vagina“ gesagt, obwohl eigentlich die Vulva gemeint ist. Das ist ähnlich, als würde man den gesamten Mund als „Rachen“ bezeichnen – die Vagina ist lediglich ein Teil des weiblichen Genitaltrakts.

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Die Vulva

Auf der folgenden Abbildung ist die Vulva im knöchernen Becken verortet:

Quelle: https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/10517-aufbau-und-funktion-des-weiblichen-beckenbodens

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Die Vulva ist wie folgt aufgebaut:

Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/quaelendes-tabuthema-146760/

Mehrere der oben genannten Bezeichnungen haben Synonyme:

  • Schamlippen werden auch Venuslippen, Labien und Geschlechtsfalten genannt
  • Scheide wird auch Vagina oder Yoni genannt

Es gibt Bewegungen, welche die Bezeichnungen verändern möchten, sodass diese nicht das Wort "Scham" enthalten. Denn das Genital ist nichts wofür Frau sich schämen sollte. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich mit den Begriffen wohlfühlen.

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Sexuell Erregbare Zonen der Vulva können folgende sein:

  • Klitoriseichel
  • Fläche zwischen Harnröhrenausgang und Vaginaleingang
  • Eingang der Vagina

Hierbei gilt es zu erwähnen, dass Berührungen Reize sind, welcher im Hirn verarbeitet und interpretiert werden. Die Interpretation kann je nach vergangenen Erfahrungen positiv und mit Erregung, neutral oder negativ im Gehirn verbunden sein. Dies bedeutet, dass die oben genannten Zonen bei einer Frau mit Erregung und bei einer anderen Frau mit negativen Emotionen verbunden sein können. Daher ist Kommunikation in der Sexualität sehr wichtig.

Die erregbarste Zone eines Körpers, egal welchen Geschlechts, ist das Gehirn.

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Die Vagina

Die Vagina ist ein ca. zehn Zentimeter langer dehnbarer Muskelschlauch mit elastischem Gewebe. Ihre Innenseite ist mit einer schützenden Gewebeschicht ausgekleidet. Die Muskelschicht der Vagina ist dünn und kann nicht willentlich angesteuert werden. Sie besteht aus glatten Muskeln, die in verschiedene Richtungen verlaufen. So kann sich die Vagina gut dehnen und zusammenziehen. Die äussere Schicht enthält viele Blutgefässe und Nerven. Sie versorgen die Vagina und machen sie empfindlich.

Die Muskeln der Vagina selbst können nicht angesteuert werden, aber die Muskelgruppe des Beckenbodens lässt sich willentlich ansteuern. Diese hat einen grossen Einfluss auf die Sexualität, weshalb dem Beckenboden ein eigener Blog gewidmet wird. Diesen finden Sie hier.

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Obwohl sie oft als „Vaginalschleimhaut“ bezeichnet wird, besitzt die Vagina keine Drüsen und bildet selbst keinen Schleim. Der Vaginalschleim besteht aus drei Komponenten:

  1. Flüssigkeit aus Drüsen des Gebärmutterhalses
  2. Abgestorbenen Epithelzellen der Vagina
  3. Flüssigkeit der kleinsten Blutgefässen der Vagina: Durch einen Blutdruckanstieg, wie sexuellen Erregung, Angst oder Gefahr, wird Flüssigkeit aus den kleinsten Blutgefässen nach aussen gedrückt

Der normale pH-Wert der Flüssigkeit liegt zwischen 3,8 und 4,5 und bildet somit ein eher saures Milieu, in welchem sich Milchsäure-Bakterien befinden, die vor aufsteigenden Krankheitserregern schützen.

Hier gilt zu erwähnen, dass auch die Bartholindrüsen Flüssigkeit absondern können und somit die Feuchtigkeit unterstützen können.

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Zusammenspiel bei sexueller Erregung

Durch einen Reiz, welcher im Hirn verarbeitet wird, kann sexuelle Erregung entstehen. Dabei erhöht sich der Blutdruck, der Muskelschlauch der Vagina entspannt sich, wird feucht und die Gebärmutter richtet sich auf. Letzteres führt dazu, dass die Vagina länger wird und einen Penis aufnehmen kann, der im erigierten Zustand im Durchschnitt zwischen 12-15cm lang ist.

Die wichtigsten Aussagen in diesem Abschnitt sind:

  • Die Vagina ist sehr dehnbar, sodass sie sich nach einer Geburt zurückentwickelt.
  • Auch bei Gefahr und Angst erhöht sich der Blutdruck, sodass die Vagina feucht wird und sich schützen kann.
  • Die Gebärmutter kann sich bei sexueller Erregung aufrichten, sodass die Vagina länger wird.

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Die Gebärmutter

Da die Gebärmutter mit ihren Eierstöcken vorwiegend bei Schwangerschaft und Geburt eine Rolle spielt und in der Sexualität kaum, wird diese hier nur kurz umrissen. Die Gebärmutter ist ein muskuläres Organ, welches aussieht wie eine auf dem Kopf liegende Birne und sich zwischen Blase und Enddarm befindet. Die Eierstöcke sind sich im Körper nicht, wie in den meisten Abbildungen ersichtlich, ausgestreckt, sondern liegen Richtung Enddarm nahe beieinander. Statt die Arme ausgestreckt zu halten, sind diese wie bei einer Festnahme nach hinten geneigt. Ausserdem sind die Eileiter nicht an den Eierstöcken angewachsen, sodass sich die Eileiter bewegen können und bei beiden Eierstöcken Follikel aufgreifen können.

Quelle: https://www.webop.de/gynaekologie/gynaekologische-onkologie/narkoseuntersuchung-pap-abstrich-leep-konisation-zystoskopie-hysteroskopie-fraktionierte-abrasio-rektoskopie/anatomie

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Wichtig zu erwähnen ist die Funktion des Gebärmutterhalses, der Zervix. Die Drüsen des Gebärmutterhalses  bilden einen zähen Schleim. Dieser verschliesst die Gebärmutter und schützt sie vor Keimen aus der Vagina. Während der fruchtbaren Tage und der Menstruation wird der Schleim dünnflüssiger. Dadurch öffnet sich der Gebärmutterhals leicht. In der Schwangerschaft bleibt der Gebärmutterhals fest verschlossen und schützt so das heranwachsende Kind.

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Beckenboden

Eines der wichtigsten körperlichen Strukturen, die Einfluss auf die Geschlechtsorgane haben, aber nicht zu den Geschlechtsorganen zählen, ist der Beckenboden. Der Einfluss ist so zentral, dass dem Thema Beckenboden ein separater Blog gewidmet wird. Diesen finden Sie hier.

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Quellen des Textes:

Méritt Laura (2020) (Hrsg.). Frauenkörper neu gesehen. Ein illustriertes Handbuch (2. Auflage).

Beier K.M., Kosinski H. A. G., Loewi K. (2021) (Hrsg.). Sexualmedizin. Grundlagen und Klinik sexueller Gesundheit (3. Auflage).

https://medsurf.iml.unibe.ch/morphomed/histologie/fachpraktika-2-jahr/weibliche-geschlechtsorgane/vagina-mensch

https://flexikon.doccheck.com/de/Vaginale_Lubrikation

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Weitere anatomisch spezifischere Angaben finden Sie unter folgenden Links:

https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/weibliche-geschlechtsorgane

https://medsurf.iml.unibe.ch/morphomed/histologie/fachpraktika-2-jahr/weibliche-geschlechtsorgane/ovar-und-tuba-uterina (Achtung: Hier sehen Sie echte Bilder von Eingriffen)

https://www.lilli.ch/scheide_vagina

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